Geschichte der Homburg ob der Wern

von Hans Wack-Karsbach

Das westliche Werntal und seine Umgebung beherrscht eine, auch heute noch, gewaltige Burganlage. Auf mächtigen Kalksteinfelsen sich erhebend, scheint es unfaßbar, daß sie zur Ruine geworden ist. Es ist die Homburg ob der Wern, die größte deutsche Burgruine nach dem Heidelberger Schloß. Wenn sie nicht so bekannt ist, wie das wegen ihrer Größe eigentlich zu erwarten wäre, so liegt das in ihrer Geschichte. Sie war kein Raubritternest, ihre Herren machten auch nicht durch besondere Taten von sich reden und zuletzt als ein Amtssitz der Fürstbischöfe konnte sich die Burg auch nicht mehr mit Ruhm bedecken.

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Rekonstruktion
1. Tor
Schildmauer
Vorburg

Links: http://www.blaue-tomaten.de/Burgen/Homburg/Ruine_Homburg_Beschreibung.htm
http://www.pbase.com/bernd/ruin_homburg

1. Lage und Umgebung

Was aber zur Achtung zwingt und Bewunderung verdient, ist die auch jetzt noch gut erkennbare Gesamtanlage der Burg. Darin zeigen sich ein ausgeprägtes Machtbewußtsein des Rittertums und sein Streben nach Sicherheit, eine strategisch hervorragende Lage und eine in der Planung und der Ausführung gleich ausgezeichnete handwerkliche Leistung.

Wir befinden uns hier am Westhang der Fränkischen Platte, die reich durch Täler und Hügel gegliedert ist. Geologisch gehört die Gegend zur Fränkischen Trias: Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper. Im Tal hat das Wasser den Muschelkalk bereits vielfach herausgeschwemmt, so daß sein Unterlager, der Buntsandstein, deutlich heraustritt. Die Randberge der Fränkischen Platte, zu denen der Setzberg gehört, der die Burg trägt, bestehen aus Muschelkalklagern. Nach Norden schließen sich an Haftenberg und Uhlberg bei Karsbach, die Haube bei Heßdorf und der Geißberg bei Höllrich. Der Reußenberg mit der Ruine Reußenburg und der Sodenberg, der das Tal gegen Norden abschließt, ruhen als letzte Ausläufer der Rhön schon auf Basaltlagern. In der Hauptsache steht der ganze Grund im Zeichen des Muschelkalks. Der Buntsandstein tritt erst im Westen, gegen das Wern- und Maintal zu, vorherrschend auf.

2. Besiedlung

Unsere Heimat hier, wie überhaupt die Lande um den Main, waren ursprünglich ein Teil des thüringischen Reiches. Als im Jahre 533 dieses Reich von Chlodwigs Söhnen zerschlagen wurde, schoben die fränkischen Eroberer ihren Machtbereich vom Rhein her in das innere Deutschland vor. Zu Anfang des 7. Jahrhunderts war unsere Gegend dem Merowingerreich unterworfen und fränkische Siedler hatten sich in den neuen Gebieten festgesetzt.

Zu Beginn des 8.Jahrhunderts erscheinen Herzöge mit dem Sitz auf Castellum Virtiburgh. (704 wird Würzburg zum erstenmal urkundlich erwähnt.) Dadurch trennte sich das Mainland im Laufe der Zeit als sogenanntes engeres "Ostfranken" ganz vom eigentlichen Thüringen ab. Die Gründung des Bistums Würzburg Bonifatius (741) mag diese Trennung beschleunigt haben. Zur Zeit Karls des Großen war sie jedenfalls eine Tatsache.

Die Besiedlung des Gebietes durch die Franken hatte natürlich eine gewisse Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung zur Folge. Der Grund und Boden wurde als Königsgut erklärt. Die Besitznahme erfolgte durch feierliches Umgehen und Abgrenzen mit Hilfe von Bergkuppen, Bachläufen, Quellen und gezeichneten Bäumen. Die auf diese Weise gewonnene Feldmark wurde dann an die fränkischen Edlen und Freien als Lehen gegeben und später durch Rodung erweitert. Auf diese Weise mögen auch die Hohenberger zu uns gekommen sein.

3. Die Hohenberger auf der Homburg

Die beiden Söhne Adolf und Reinhard des Herrn von Hohenberg an der Lahn wanderten um das Jahr 1008 aus und zogen an den Main. Auf dem Berg an der Wernmündung ließen sie sich nieder. Ihre Burg nannten sie Adolfsbühl (das heutige Adelsberg). Der jüngere Bruder, Reinhard, heiratete Anna von Trimberg und erbaute sich auf dem Setzberg selbst eine Burg, die Hohenburg. (Durch Sprachabschleifung wurde aus Hohenburg Homburg). Aus dieser stammten die wesentlichen Teile der heutigen Anlage. Sehr bald stellte sich jedoch heraus, daß diese Burg nicht die nötige Sicherheit bot, besonders gegen die Überfälle der Ritter von Trimberg und Saaleck. In den Jahren 1028-1031 ging Reinhard deshalb daran, seine Burg zu vergrößern und zu befestigen. Sein Bruder Adolf unterstützte ihn dabei. Im Jahre 1222 erlosch die Adolf'sche Linie auf Adolfsbühl. Die Besitzungen fielen an die Reinhard'sche Linie auf Hohenburg. Der bekannteste Sproß dieses Geschlechtes war Dietrich von Hohenberg, er war von 1223-1225 Fürstbischof von Würzburg. Die Hohenberger waren außerdem Erzmarschalle des Fürstbistums Würzburg und des Herzogtums Franken. Im Jahre 1383 starb der letzte Hohenberger. Seine einzige Tochter Christine heiratete Konrad von Bickenbach. Schon vorher hatte Dietrich von Hohenberg mit seinem Schwiegersohn einen Vertrag geschlossen, in dem er jenem die Herrschaften Hohenburg und Adolfsbühl samt allen Besitzungen übergab, sich selbst aber die Nutzung auf Lebenszeit vorbehielt.

4. Die Bickenbacher auf der Homburg

Die Herrschaft der Bickenbacher auf der Homburg dauerte knapp hundert Jahre. Ihre Vermögensverhältnisse hatten sich sehr verschlechtert. Rechte und Güter wurden verpfändet und konnten nicht mehr eingelöst werden. So mußte im Jahre 1424 sogar die Hälfte der Homburg gegen ein Darlehen von 6000 Gulden an den Grafen Thomas von Rieneck verpfändet werden. Für ein anderes Darlehen mußten der große und der kleine Zehnt zu Obersfeld, Münster und Bühler als Pfand gegeben werden. Dazu kam, daß der letzte Bickenbacher, Konrad "durch Verhengknis des allmächtigen Gottes an Glydern und Vernunft etwas mergklich gebrechentlich" (schwachsinnig) war. Beides, die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse und sein kranker Sohn mochten Konrad von Bickenbach (Vater) bewogen haben, an einen Verkauf seiner Besitzungen zu denken um die Zukunft seines Sohnes und seiner Tochter Susanne zu sichern. Es kam zu erfolgreichen Verkaufsverhandlungen mit dem Fürstbischof Rudolf von Scherenberg (1466-1495). Für sämtliche Besitzungen mit Gülten und Zehnten und allen Rechten wurden 22000 Gulden bezahlt. Außerdem verpflichtete sich der Fürstbischof noch, 6000 Gulden Bickenbachsche Schulden zu bezahlen, der Tochter Susanne ein Heiratsgut von 5000 Gulden zuzuweisen und für den kranken Konrad jährlich 100 Gulden zum Lebensunterhalt beizusteuern. Konrad von Bickenbach (Vater) behielt die lebenslängliche Nutznießung seines Besitzes.

Dieser Vertrag wurde im Jahre 1469 geschlossen. Um die Größe des Besitzes, aber auch die Lasten, die auf dem Volk ruhten, aufzuzeigen, soll er im Wortlaut folgen:

"Conrad, Herr von Bickenbach und dessen Gemahlin Agnes verkaufen an das Hochstift Würzburg die Feste Hohenburg oberhalb der Wern bei der Reußenburg gelegen und das Schloß Allersberg mit Kemenaten, Türmen, Zwinger, Graben, Vorhöfen, Weingärten, Wiesen, Äckern, Gotteslehen und sonstigen Eingehörungen und mit diesen die Dorfschaften Karsbach, Gössenheim, Sachsenheim, Groß- und Kleinwernfeld, Münster, Bühler, drei Höfe zu Rahmsthal, einen Drittel Weinzehnten zu Karsbach, zwei Teile am Fruchtzehnt zu Sachsenheim im Dorf und Feld, woran auch die Edelleute von Karsbach besitzen, ein Zweitteil am Fruchtzehnt zu Groß- und Kleinwernfeld, einen Zweitteil am Fruchtzehnt zu Obersfeld, Münster und Bühler, einen Sechsteil am Weinzehnt zu Obersfeld, einen Dritteil am Fruchtzehnt zu Massenbuch, einen Teil am Weinzehnt in der Hohen Setze oberhalb Zollberg und den Schaftrieb am Vornberg zu Sachsenheim, ein Burggut zu Karleburg; alles mit seinen Gütern, Eigen- und Verspruchsleuten, Burglehen, Burggütern, Lehenschaften, Häusern, Höfen, Waldungen, Hölzern, Waldbach-Atzungen, Vogteien, Zöllen, Umgild, Steuern, Schenkstätten, Nutzungen und Freiheiten, Herrlichkeiten und allem diesseits des Spessarts gegen Hohenburg im Stifte Würzburg gelegen."

Man kann den Chronisten verstehen, wenn er zum angegebenen Kaufpreis meint:"ein schlecht geld."

Ebenso verständlich ist es, wenn es nach dem Verkauf Konrad von Bickenbach auf seiner Besitzung nicht mehr gefiel. Er verzichtete gegen eine Abfindung von 5000 Gulden auf die Nutznießung seiner Güter und zog 1472 in das Gebiet des Erzstiftes Mainz. Hier starb er im Jahre 1483, seine Frau Agnes 1485. Sie sind beide in der Kirche St.Peter und St.Alexander in Aschaffenburg beigesetzt. Konrad der schwachsinnige letzte Bickenbacher starb 1497. Mit ihm war das Geschlecht der Bickenbach erloschen.

Interessant ist noch, daß Susanne, die Schwester des letzten Bickenbach glaubte, noch eine Nachforderung von 500 Gulden auf den Kaufpreis stellen zun können. Weil diese nicht anerkannt wurde, verwüstete ihr zweiter Mann, ein Graf von Hohenstein, das würzburgische Gebiet. Der damalige Fürstbischof Lorenz von Bibra (1495-1519) berechnete den Schaden auf 6000 Gulden. Erzbischof Berthold von Mainz als Vermittler gelang es, die beiderseitigen Forderungen gegeneinander aufzuheben und den Frieden wieder herzustellen.

5. Das Hochstift auf der Homburg

Die Burg war nun im Besitz des Hochstiftes Würzburg. Sie wurde der Sitz eines fürstbischöflichen Oberamtmannes und eines Amtskellers. Die einstige Ritterburg war Verwaltungssitz geworden. Durch bauliche Veränderungen aber auch durch weitere Ankäufe von Zehnten und Gütern war die Schuldenlast der Burg auf 17000 Gulden angewachsen. Fürstbischof Julius Echter (1573-1617) löste diese Schuld ab und setzte sich für die Erhaltung der Gebäude ein. Außerdem führte er eine gebietliche Neugliederung seiner Ämter durch, was ihre Verwaltung vereinfachte. Hiervon wurde auch das nunmehrige Amt Homburg betroffen.

Im Bauernkrieg gab unsere Homburg noch einmal ein Beispiel ihrer Unbezwinglichkeit. Ein Bauernhaufen hatte, vom Sodenberg kommend, die benachbarte Reußenburg erstürmt und niedergebrannt. Aber hier waren seine erbitterten Angriffe vergeblich. Die Bauern mußten mit blutigen Köpfen abziehen.

Auch die folgenden Jahrzehnte, besonders auch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, scheint die Homburg gut überstanden zu haben. Sie, die niemals durch Feindeshand besiegt worden war, wurde bezwungen durch Wassermangel. Der Hauptbrunnen versiegte, seine Quellen hatten einen anderen Ausgang gefunden. Seitdem mußte das notwendige Wasser vom Tal zur Höhe geschafft werden. Der Weg auf dem die braven Grautiere das Wasser heraufschleppten, heißt heute noch der Eselspfad.

Ein furchtbarer Brand, der wegen des fehlenden Wassers nicht gelöscht werden konnte, zerstörte 1680 den größten Teil der Hauptburg. Die Vorburg mit der Kapelle und den Wirtschaftsgebäuden blieb verschont. Zum Wiederaufbau fehlte wahrscheinlich das Geld und vielleicht auch die Lust. Die fürstbischöflichen Beamten waren keine Ritter mehr und zu Beginn des 18.Jahrhunderts war es für die meisten von ihnen nichts Erstrebenswertes, auf einer solchen Burg zu hausen. So wurde schon bald nach dem Brand die Amtskellerei nach Karsbach verlegt. Die Amtsgült wurde jedoch noch um 1720 auf der Burg eingenommen, obwohl damals die Gebäude schon sehr zerfallen waren. 1725 verfügte Fürstbischof Franz Christoph von Hutten (1724-1729) die entgültige Auflassung der Burg. Der Amtskeller Mohr verlegte 1732 seinen Amtssitz und damit das Amt Homburg nach Sachsenheim. Hier wurde es nach der Säkularisation und der Neugliederung Bayerns in das Landgericht Gemünden umgewandelt, das 1838 nach Gemünden übersiedelte.

6. Die Zeit danach

Nachdem die Burg aufgelassen war, wurde in der Burgkapelle noch wöchentlich einmal vom Pfarrer von Gössenheim ein Gottesdienst gehalten. Außerdem waren noch je ein Gottesdienst im Mai und im Juni, zu denen die ganze Pfarrei erscheinen mußte. 1780 wurde der landwirtschaftliche Betrieb auf der Burg aufgelöst, die Kapelle wurde nicht mehr benützt und zerfiel ebenfalls. Die stolze Homburg hatte ein unrühmliches Ende gefunden.

Im gleichen Jahr (1780) wurde auch der unmittelbare Besitz, der zur Burg gehörte, aufgeteilt. Die Gemeinde Gössenheim erhielt in der Hauptsache die Weinberge und den Wald sowie die Schäferei. Karsbach bekam den Schloßhof und dazugehörige Felder und Wiesen. Ausdrücklich verbunden war damit die Erlaubnis, "das Schloß zu demolieren."

Das ist dann in der Folgezeit auch zur Genüge geschehen. Mancher Baustein und mancher Balken mag heute in den Dörfern der Umgebung von den vergangenen ritterlichen Zeiten träumen. Um die Jahrhundertwende wurden durch die Regierung von Unterfranken Ausbesserungsarbeiten an der Burgruine ausgeführt. Verschiedene Gewölbe und Mauerwände wurden so vor dem völligen Verfall bewahrt. Heute wären solche Arbeiten wieder nötig.

7. Ein Gang durch die Burg

Der Setzberg, auf dem die Burg steht, fällt nach drei Seiten steil ab. Von der östlichen Hochfläche aus, wo sich der Zugang zur Burg befindet, tritt das Gewaltige der Anlage besonders in Erscheinung. Zwei Ecktürme und ein runder Mittelturm schützen diese Seite. Der tiefe Burggraben, die unmittelbar aus dem Felsen aufstrebenden Mauern machen es glaubhaft, daß kein Feind jemals die Burg bezwang.

Die Anlage gliedert sich in den Vorhof, den Burghof(A) mit den Wirtschaftsgebäuden und die eigentliche Wohnburg(B).

Die Zugbrücke mit den beiden Doppeltüren lag auf Felsen, sie führte in den Vorhof. An den Toren sind die Pfannen für die Torflügel noch zu erkennen.

Im Vorhof (1) befand sich links ein landwirtschaftliches Gebäude. Beim Betreten des Burghofes(2) erkennt man sofort die Trennung der "Wirtschaftsburg" von der "Wohnburg". Ein Graben trennte die beiden, eine Zugbrücke verband sie. Im Burghof, entlang der Mauern befand sich das Kelterhaus(4), eine Scheune mit Vieh- und Schafstall(5), an der Ostseite links vom Rundturm (7) war der Ochsenstall(6), rechts davon eine weitere Stallung mit Schuppen (8). An der Südseite sind noch die Reste von zwei Scheunen (9) und einer Bauernwohnung zu erkennen. Dem Eingang gegenüber steht die Burgkapelle (3). Die Südseite ist eingefallen, die anderen Mauern und der Chor sind noch teilweise erhalten. Das Kreuzrippengewölbe des Chore ist noch zu erkennen. Die Nordmauer hat drei schmale Spitzbogenfenster, an den Wänden sind mehrere Konsolen, die Heiligenfiguren trugen. Eine zum Teil erhaltene Statue ist noch vorhanden. In der Mitte der Nordseite ist eine Grabplatte mit der Jahreszahl 1627 angebracht. Verschiedene andere Grabplatten aus der Kapelle sind im Nationalmuseum in München.

Im kleinen Innenhof der Hauptburg (B) stand früher ein "Hoher Turm" (11), der den Eingang schützte. An der Südostecke war die Küche (12). Im Untergeschoß ist ein Raum mit Kreuz- und Tonnengewölbe. In der Nordostecke war der große Rittersaal, die Trägersteine sind noch vorhanden. Die Fenster wurden teilweise zugemauert. Im südwestlichen Teil des Hauptgebäudes sind die Mauern fast noch in der früheren Höhe erhalten. An den Steinen welche die Decken trugen, kann man die Zahl und Höhe der Geschoße erkennen. An der Nordseite ist ein Aborterker erhalten, ebenso die Tür zum Zwinger nach Südwesten. Der Brunnen im Hof ist zugeschüttet.

8. Die andere Seite der Homburg

Schoppen Franz
Öffnungszeiten:
Weinschänke
An der Homburg 1
97780 Gössenheim
Tel.: 09358/352
April bis Okt. Nov. bis April
Mi. - Do.: 15-22 Uhr -
Freitag: 15-22 Uhr 14-22 Uhr
Samstag: 12-22 Uhr 14-22 Uhr
So-/Feiertage: 12-21 Uhr 12-22 Uhr
Wenn Sie sich nun lieber Burgbesucher, mit der Vergangenheit beschäftigt, die starken Mauern mit ihren Schießscharten, die Türme und Gräben, die Keller und Gewölbe betrachtet, über die Vergänglichkeit alles Irdischen nachgesonnen haben, die Ritter, Burgfrauen und Gefolgsleute vor ihrem geistigen Auge vorübergezogen sind, dann vergessen Sie bitte nicht, daß auch die Gegenwart ein Anrecht auf Beachtung besitzt. Die weiten Ausblicke vom Berg ins fränkische Land sind erhalten geblieben und laden dazu ein, Entspannung und Erholung zu vermitteln. Wie könnte dies trefflicher geschehen als bei einem Glas Frankenwein! Sie dürfen überzeugt sein, daß die "Alten Rittersleut" für dieses löbliche Vorhaben volles Verständnis aufbringen würden. So lenken Sie nun ihre Schritte zur Weinschenke "Zum Schoppenfranz". Hier finden Sie die nötige Ergänzung Ihres Homburg-Besuches und dessen harmonischen Abschluß. Und sollte es Ihnen gefallen haben und gar der Vorsatz entstanden sein, einmal wiederzukommen, dann ist der Zweck dieser Zeilen erfüllt.

9. Der Homburg- und Denkmalschutzverein e.V. Gemünden a.M.

Der zunehmende Zerfall der Burganlage (s.S.11) hatte schon seit langem viele Homburgfreunde mit Besorgnis erfüllt. Auf Anregung von Landrat Dr. Bamberg und Regierungsrat Sauerwein (beide damals in Gemünden) wurde der Homburg- und Denkmalschutzverein e.V. Gemünden a.M. gegründet. Viele Einzelpersonen, Gemeinden, Vereine und Firmen erklärten ihren Beitritt. Heute hat der Verein Mitglieder in allen Teilen der Bundesrepublik, sogar im Ausland. Seine Aufgabe ist, erhaltungswürdige Baudenkmäler des Kreises Gemünden a.M. zu schützen und vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Mit der Homburg wurde der Anfang gemacht. Beträchtliche Mittel wurden zur Sicherung von Mauern und Gewölben aufgebracht. Sie stammen in Form von Zuschüssen und Darlehen von den Gemeinden Gössenheim und Karsbach, dem Landkreis Gemünden a.M., dem Bezirk Unterfranken, dem Landesamt für Denkmalpflege und schließlich von den Beiträgen der Mitglieder. Auch die in zwangloser Folge veranstalteten "Homburgfeste" tragen dazu bei.

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei der Geschäftsstelle des Vereins im Landratsamt Gemünden a.M., in der Weinschenke "Zum Schoppenfranz" und beim Verfasser, dem derzeitigen Vorsitzenden der Vereins Hans Wack, 8781 Karsbach Tel. 09358-63.

 

Zeittafel

1008 machten sich die Brüder Adolf und Reinhard von Hohenberg in Adolfsbühl (Adelsberg) ansässig
1018 wurde auf dem Setzberg die erste Burg von Reinhard von Hohenberg errichtet
1028-1031 wurde die Burg in ihrer jetzigen Form erbaut
1383 stirbt das Geschlecht der Hohenberger aus
1469 wird die Homburg an das Hochstift Würzburg verkauft
1497 erlischt das Geschlecht der Bickenbacher
1525 wird die Homburg vergeblich von den Bauern belagert
1680 zerstört Feuer den größten Teil der Hauptburg
1720 wird die Burg aufgelassen
1780 wird der Burgbesitz aufgeteilt und die Gebäude dem Verfall preisgegeben 

Quellennachweis:

Josef Kleinschrod, Gössenheim und die Homburg
Georg Leippert, Geschichte der Homburg ob der Wern
Dr. G. Endres, Siedlungsgeschichte aus dem alten Saalgau
Plan der Burg nach Kleinschrod
Homburgsvereinsvorsitzender Rudolf Löser 09358/588