Rückschnitt

Walnüsse bluten stark Ein Rückschnitt der Walnüsse ist aus Gründen der Ertragssteigerung nicht nötig, denn die Nussbäume bringen auch dann regelmäßige und hohe Erträge, wenn man sie frei wachsen lässt. Manche Gartenbesitzer greifen aber trotzdem zur Schere, um die ausladenden Kronen auf ein vertretbares Maß zurückzustutzen. Der Rückschnitt ist bei der Walnuss immer etwas heikel, weil die Schnittwunden nur langsam verheilen. Außerdem ergießen sich aus dem offenen Holzkörper im Frühjahr wahre Sturzbäche an Flüssigkeit, weil die Wurzel für den Blattaustrieb einen sehr hohen Saftdruck erzeugt. Das Bluten ist für die Bäume entgegen der landläufigen Meinung nicht lebensbedrohlich – auch wenn die Rinnsale manchem Hobbygärtner die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Stoppen lässt sich der Saftstrom kaum, da Baumwachs auf dem feuchten Untergrund nicht haftet. Ein Ausbrennen der Wunde ist ebenfalls nicht zu empfehlen, denn dabei wird in aller Regel auch das Teilungsgewebe in der Rinde, das Kambium, beschädigt. Dieses wird dringend gebraucht, damit die Wunde sich bald wieder schließt.

Walnuss-Schnitt im Spätsommer

Der optimale Schnitttermin für den Walnussbaum ist der Spätsommer, von Mitte August bis Ende September. In diesem Zeitraum ist der Saftdruck sehr schwach, weil die Bäume sich bereits auf die Winterruhe vorbereiten und deshalb kaum noch wachsen. Dennoch reicht der Pflanze die Zeit bis zum ersten Frost noch, um zumindest kleinere Schnittwunden wieder zu schließen. Kürzen Sie zur Verkleinerung der Krone zunächst nur jeden zweiten Trieb im äußeren Kronenbereich auf Höhe einer Gabelung um maximal 1,5 Meter ein (s. Zeichnung). Die übrigen Triebe werden erst ein Jahr später entsprechend reduziert, um die Anzahl der Schnittwunden möglichst klein zu halten. Beachten Sie außerdem, dass die natürliche Wuchsform durch den Rückschnitt nicht beeinträchtigt wird. Walnüsse bilden gelegentlich steil aufstrebende Triebe, die mit dem Mitteltrieb oder den Leitästen konkurrieren. Solche Triebe sollten Sie möglichst schon im Jahr ihrer Entstehung an der Ansatzstelle entfernen, um die Schnittwunden klein zu halten. Diese Erziehungsmaßnahme ist besonders bei neu gepflanzten Walnussbäumen wichtig, damit sich ein gleichmäßiges Kronengerüst bilden kann. Tipp: Statt eines Rückschnitts können Sie steile Konkurrenztriebe am Mitteltrieb auch in einem Winkel von mindestens 45 Grad herunterbinden, um ihr Wachstum zu bremsen.